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am 21. Juni

Ein Jahrzehnt des Stillstands

Hannes Horn - Radinfrastruktur in der Brigittenau

Ja richtig gelesen! Stillstand. Und das ist keine Übertreibung. Das ging aus unserer Anfrage an den Herren Bezirksvorsteher hervor die wir an ihn in der Bezirksvertretungssitzung vom Juni gerichtet haben. Konkret waren unsere Fragen „Wieviele Radwege neu gebaut wurden bzw. um wieviele Meter/Kilometer hat sich Radwegenetz seit 2010 vergrößert“. Die Antwort hat uns dann doch überrascht.

Fahrradfreundlich 1991

Jetzt kennen wir alle die Situation für RadfahrerInnen in der Brigittenau – den Fahrradfreundlichen Bezirk 1991 – und wir wissen, dass sich nicht viel getan hat. Aber, dass die Antwort, des Herrn Bezirksvorstehers, dann wirklich 0 (Null) Meter lautet hat uns doch ein wenig sprachlos zurückgelassen. Seit 2010 hat es keinen Meter Zuwachs im Radwegenetz gegeben.

Das verwundert uns insofern, da wir oftmals mit allgemeinen Aussagen konfrontiert sind wie bspw. „Die Brigittenau tut sehr viel für Radfahrer!“ (sic!).

In welchem Bereich Ihres Lebens gab es das noch? In welchem Teil Ihres Lebens gab es überhaupt keine Veränderung? Mir fällt auf die Schnelle nichts ein, das in meinem Leben derart „stabil“ geblieben ist wie das Radwegenetz der Brigittenau.


Eine Insel - zwei Verkehrskonzepte

Eine Dekade des Stillstands. Und was so lange stillsteht macht schon einen Schritt zurück. Denn das moderne Verkehrspolitik anders geht zeigt uns bspw. die angrenzende Leopoldstadt vor. Dort werden mutige Akzente im Bereich der Fahrradinfrastruktur gesetzt. Der Bezirk verändert sich und die Bezirkspolitik nimmt sich den modernen und veränderlichen Herausforderungen an. Etwas was man sich für die Brigittenau auch wünschen kann.  Denn hierzulande liegt der Fokus nach wie vor auf den AutofahrerInnen. Jede Grätzloase wird zum Parkplatzraub hochstilisiert. Jeder Versuch von AnwohnerInnen ihr Grätzl lebenswerter zu machen scheitert am Beton in den Köpfen.


Es besser machen

Dies wollen wir ändern, weil es sich ändern muss. RadfahrerInnen haben auch in der Brigittenau eine vernünftige und zeitgemäße Infrastruktur verdient. Die Brigittenau liegt für viele WienerInnen zwischen ihnen und der Erholung auf der Donauinsel. Es ist nach 10 Jahren des Stillstands endlich an der Zeit für eine Fahrradinfrastruktur-Offensive. Damit die gesamte Familie mit dem Fahrrad im Bezirk unterwegs sein kann. Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass RadfahrerInnen unzählige Um- und Schleichwege verwenden müssen, weil man nur so sicher ist. Radfahren sollte nicht an der Bezirksgrenze enden, sondern am Ziel.