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am 2. Februar

(E-)Carsharing reduziert Autos in Wien

Jürgen Habringer - Ein Auto mieten? Das ist nichts Neues. Ein Auto teilen? Das ist dann doch etwas Neues. Carsharing (engl. für "Auto teilen") hat in den 1990er Jahren in Deutschland und der Schweiz seinen Ursprung.

Bild (E-)Carsharing: Drei Varianten
Überblick Carsharing in Wien

Nun ist mittlerweile Carsharing in Wien angekommen. Doch wie funktioniert Carsharing, welche Varianten gibt es und welches ist für die Stadt am besten?

Zuvor ist noch zu erwähnen, dass gerade Elektroautos für Carsharing ein großes Potenzial aufweisen. Denn je höher die Auslastung des E-Mobils, desto geringer der ökologische Fußdruck.

Drei Varianten prägen das Stadtbild in Wien

Allgemein lassen sich zwei Typen identifizieren: Das stationsgebundene und das stationsungebundene Carsharing. Diesen zwei Typen lassen sich drei Varianten zuordnen.

  • Klassisches Carsharing (stationsgebunden)
  • Privates Carsharing (stationsgebunden)
  • Flexibles Carsharing (stationsungebunden)


1. Klassisches Carsharing

Ich borge mir ein Auto aus, und bringe es wieder dort hin zurück, wo ich es mir abgeholt habe. So kann man diese Möglichkeit des Carsharings zusammenfassen. Die Anbieter sind meistens Unternehmer, Vereine oder Hausverwaltungen. In Wien gibt es bis dato diese vier Projekte und Initiativen (Zipcar, MO.Point, Elfride, Smarter Together)

Das klassische Carsharing hat laut dem deutschen Bundesverband Carsharing das Potenzial bis zu 20 (!) Autos zu ersetzen. Damit hat diese Variante das höchste Potenzial für die Stadt, um den Autoanteil und damit die Abgas- und Feinstaubbelastung stark zu reduzieren.

2. Privates Carsharing

Eine private Autobesitzerin teilt ihr Auto mit anderen Autofahrern. Damit reduziert sie ihre Fixkosten, indem andere mitzahlen. Die anderen Autofahrer profitieren von geringeren Mobilitätskosten, da sie nur mehr die tatsächliche Nutzung eines Autos zahlen.

Für diese Variante stellen Unternehmen wie drivy und carsharing24/7 eine Online-Plattform zur Verfügung. Dadurch finden sich Vermieterin und Mieter für einen Carsharing-Prozess. Das Auto der Vermieterin ist während der Ausleihe über den Plattform-Anbieter versichert. Es gibt noch keine Untersuchung, welches Potenzial diese Variante für die Stadt aufweist.

3. Flexibles Carsharing

Die wohl bekannteste Form ist das flexible Carsharing. Hier borge ich mir ein Auto aus, das eine andere Nutzerin zuvor irgendwo in meiner Nähe abgestellt hat und fahre damit zu meinem Zielort. Dort stelle ich es einfach ab, und gebe es für den nächsten Nutzer frei.

In Wien gibt es die Anbieter Car2Go und DriveNow. Der letztere Anbieter hat auch 10 E-Autos in seiner Flotte. Unterschiedliche Studien zeigen, dass durch diese Variante weniger Autos in der Stadt reduziert werden als durch klassisches Carsharing. Flexibles Carsharing weist jedoch ein großes Potenzial zur Verhaltensänderung auf. Das jahrzehntelange antrainierte Streben nach dem eigenen privaten Autobesitz kann mit dieser Carsharing-Variante aufgebrochen werden.


Carsharing in Wien hat hohes Potenzial FÜR DIE BRIGITTENAU

Es gibt viele Möglichkeiten, um Carsharing in Wien zu nutzen. Das mit Abstand größte Potenzial für einen sauberen und reduzierten Individualverkehr bietet das stationsgebundene (klassische und private) Carsharing.

Für das neue Stadteil-Projekt Nordwestbahnhof denken wir Grünen Brigittenau ein Carsharing-Angebot mit, das zum Beispiel von den Wohnbauträgern realisiert werden kann. Damit werden weniger Parkplätze benötigt und es reduzieren sich dadurch die Baukosten. Eine WIN-WIN-Situation für alle.


PS: Bereits im April 2016 haben die Salzburger Grünen auf die Leistungsfähigkeit von Carsharing mit  einem Beitrag und einem Video hingewiesen:

https://salzburg.gruene.at/themen/verkehr/ich-brauch-k-ein-auto-carsharing



Ich brauch (k)ein Auto: Carsharing

Verkehrssprecherin Angela Lindner berichtet: Carsharing ist bequem, unkompliziert und schont die Geldbörse

Video auf Youtube