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am 28. Mai

Ökologie jenseits von Greenwashing

Hannes Horn - Wie man den Klimawandel ignoriert und Umweltthemen missbraucht.

Greenwashing:

(übertragen: ‚sich ein grünes Mäntelchen umhängen‘) ist eine kritische Bezeichnung für PR​-Methoden, die darauf zielen, in der Öffentlichkeit umweltfreundlich​ und verantwortungsbewusst zu wirken, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt. ​

Quelle: Wikipedia

Der von Menschen verursachte Klimawandel ist Realität. Mittlerweile sollten das wirklich alle erkannt haben, auch die, die  sonst schnell einmal mit Alternativ-Erklärungen zur Stelle sind (eine Erfindung der "Systemmedien" oder der "Bilderberger"?) 

Das sollte man zumindest meinen. Wenn man allerdings die aktuelle Regierung und ihre VertreterInnen hört, wird einem bewusst, dass es wohl doch noch nicht jede und jeder weiß.


Mit NACHHALTIGKEIT zu Tempo 140 und Lobautunnel


Da benennt man ein Ministerium zu Marketingzwecken um und baut das wunderbare Greenwashing-Wort „Nachhaltigkeit“ ein. Und dann muss aber auch gut sein mit Maßnahmen. 

Aber wie wirkt sich eigentlich diese von der Regierung verkaufte „Nachhaltigkeit“ aus, von der da die Rede ist? Ist es Tempo 140 auf der Autobahn? Die dritte Piste? Ein Milliardengrab, das sie Autobahn nennen und das durch einen Nationalpark führt? Die andauernde Subventionierung von Dieseltreibstoffen? Das alles ist zu bezweifeln doch ist es die Realität in der wir leben. 

Wenn man mit dem Umbau des Staates beschäftigt ist, so kann man auch wirklich nicht an alles denken … zuerst müssen die eigenen Schäfchen ins Trockene gebracht werden, dann kann man sich um „Nachhaltiges“ kümmern. 


Nichts als Schlagworte

So werden also Schlagworte wie zum Beispiel „modal split“ strapaziert oder es wird behauptet, dass man mehr Räder auf die Straßen bringen will um den Verkehr zu diversifizieren. Gleichzeitig startet aber eine Kampagne "Ultra-scharf" gegen RadfahrerInnen die mit mehr als 10 km/h zu einer Kreuzung rollen und dabei von der Exekutive „geblitzt“ werden. Das ist alles irgendwie nicht wirklich nachhaltig. 

Wir sind an einem Punkt angelangt, da lässt sich tatsächliche und wirksame „Nachhaltigkeit“ nicht mehr so einfach verkaufen. Denn mittlerweile wird es ohne persönliche Einschnitte kaum mehr möglich sein, die Pariser Ziele zu erreichen. Aber was diese populistische Regierung schlussendlich überhaupt nicht möchte, sind negative Schlagzeilen und Kritik. 

So müssen wir uns wohl weiter auf immer heißere Jahre, schon oft gehörte Phrasen und keine Problemlösungen bzw. nicht vorhandene Lösungskompetenz einstellen. Auch auf der „Insel“. Und das bringt uns nun endlich in die Brigittenau. Der April war heuer ja schon fast sommerlich. Und es gibt wahrlich – auf den ersten Blick – Schlimmeres als die ersten Vorboten eines kommenden Sommers in Wien zu erleben. Die ersten Abende werden in den Schanigärten verbracht und der Spritzwein schmeckt auch gleich mal wieder besser an der frischen Luft. Aber es sollte uns auch Sorgen machen. 


KLIMAKATASTROPHE IN DER STADT: JEDER BAUM IST WICHTIG

Der April 2018 war der wärmste seit dem Jahr 1800! Hinzu kommt die Trockenheit in dieser Zeit. Das stellt dann gleich mal das gesamte stadtökologische System vor Herausforderungen. Aber nicht nur das System, sondern natürlich auch jene, die es erhalten. Also unsere StadtgärtnerInnen und der Verwaltungsapparat müssen diese Herausforderungen bewältigen. Denn eines ist klar. Von selbst läuft hier gar nix. Werden die Pflänzchen in diesen Hitzeperioden nicht von vielen fleißigen Händen gehegt, gepflegt und gegossen ist es schnell vorbei mit Schönheit und Schatten. Eines ist leider auch klar. Auf kurz oder lang werden diese Perioden oder andere Wetter-Extreme nicht weniger. 


AUCH IM KLEINEN ZÄHLT JEDES GRAD

Daher ist es hier und jetzt wichtig im mikroklimatischen Bereich einzugreifen und Maßnahmen zu setzen. Es müssten Grüninseln geschaffen werden, Bäume an neuralgischen Hitzeinseln zur Beschattung gepflanzt werden und es braucht auch einen gewissen Mut zu momentan noch unkonventionellen Methoden. Los Angeles bspw. testet mit beschichteten Asphalt der mehr Sonnenstrahlen reflektieren soll und im Vergleich zum herkömmlichen Belag um 6° – 7°C kühler bleibt. Das wäre vor allem für die Wiener Tropennächte ein Segen die auch jährlich zunehmen. Aber natürlich bedarf es dafür Mut und Willen etwas zu ändern wenn auch nur im Kleinen. Aber hier im Kleinen haben es auch wir in der Hand. Wenn man dann noch mit dem nötigen Pragmatismus und der gewissen Souveränität – die uns Grüne in vielen Projekten schon ausgezeichnet hat – an die Sache geht und den boulevardesken Aufschrei mal argumentativ aussitzt dann sehe ich hier ein riesiges Potenzial an Lösungen und an positiven Effekten. Dann kann sich Wien nämlich nicht nur in sozialpolitischen Fragen als klarer Gegenpol zur Regierung positionieren, sondern hat auch das Potenzial der Regierung zu zeigen wie Nachhaltigkeit und Zukunftsblick im Bezug auf Klimapolitik funktioniert ganz ohne Marketing und Umbenennung, sondern mit Ergebnissen!