Bezirke
Navigation:
am 27. Februar

Klimawandel. Machen wir es ertäglich

Hannes Horn - Vor den gut gefüllten Supermarkt-Regalen vergessen wir gerne, dass es für die LandwirtInnen weltweit immer härter wird, die Klimaveränderungen zu meistern.

Der Klimawandel wird medial zu oft als abstraktes Thema dargestellt. In Beiträgen geht es meiner Meinung zu oft um Regionen der Welt mit denen man im alltäglichen Leben nicht oder nur kaum in Berührung kommt. Die extreme Dürre in Australien betrifft das europäische Individuum nur am Rande, weil uns die Bilder der verendenden Rinder für Tage nicht mehr aus dem Kopf gehen. Schmelzende Polkappen die sich zu reißenden Bächen entwickeln werden seit 10 Jahren in Nachrichten und Sondersendungen gezeigt und vermögen es auch nicht mehr wirklich uns zu beunruhigen.

Augen auf die Humanitären Katastrophen richten

Humanitäre Katastrophen in Folge von extremer Trockenheit oder in Folge extremer Regenfälle haben mittlerweile eine Frequenz erreicht, dass Sie teilweise nur mehr eine Randnotiz in der Tageszeitung sind.

Die von ExpertInnen festgestellten Veränderungen in den ökologischen Lebensgemeinschaften werden kaum wahrgenommen oder kurz thematisiert ohne etwas dabei zu bewirken. Schlussendlich ist jegliches Bio-Gemüse zu jeder Jahreszeit in jedem Supermarkt erhältlich. So verliert sich ein wenig das Gespür für die Problematik.

Doch man muss nicht in die Ferne blicken um zu bemerken, dass der Klimawandel auch in Mitteleuropa angekommen ist. Im letzten Jahr mussten bspw. oberösterreichische Bauern ihre Rinder im Sommer verkaufen, da es aufgrund der Dürre schon absehbar war, dass es zu wenig Winterfutter für die Tiere geben wird. Im Supermarkt bemerkte man das nicht. Da traten keine Engpässe auf. Weder beim Rindfleisch noch bei der Milch. Wird halt mehr importiert. Doch gerade die kleinflächige Landwirtschaft –die sowieso von mehreren Seiten unter Druck gerät– spürt dies und es hat zur Folge, dass immer mehr Bauern und Bäuerinnen ihren Hof aufgeben müssen. 

Menschen sterben an der Hitze

Ein Bericht der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sorgte kurz für Erstaunen. Durch die Auswertung und Modellierung der nationalen Daten können 766 Todesopfer direkt mit dem Klimawandel und der Hitzewelle im Sommer 2018 in Verbindung gebracht werden. Ich kann mir kein Ereignis vorstellen, bei dem 766 Menschen sterben und alles geht den gewohnten Gang. Doch beim Klimawandel scheint dies alles ein wenig anders zu sein.

Aber es ist der falsche Zeitpunkt um sich damit zu arrangieren. Genau jetzt heißt es handeln. Die SchülerInnenproteste zeigen, dass die Jugend nicht bereit ist, dass auf dem Rücken ihrer Generation Profite gemacht werden. Es ist auch schon der falsche Zeitpunkt nichts zu tun. Man muss nun endlich handeln. Die Regierung müsste konsequent Maßnahmen setzen um eine Reduktion von klimaschädlichen Emissionen zu bewirken. Dies kann nur von der Bundesregierung ausgehen. Nur auf dieser Ebene können nationale Spielregeln festgelegt werden. Aber Teile der Politik haben dies zum Einen irgendwie akzeptiert und sich zum Anderen damit arrangiert. Und wieder andere negieren den Klimawandel sogar und setzen aktiv klimaschädliche Politik um (Bsp. 140kmh auf der Autobahn)

Gegen den Bundestrend maßnahmen setzen

Bis sich die politische Großwetterlage auf Bundesebene endlich wieder verändert kann Stadt Wien nur versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Deshalb versucht die Stadt Wien versucht offen mit dem Thema umzugehen und setzt dabei konkret auf Anpassungsmaßnahmen. Die Klimarevolution kann nicht von der Stadt Wien ausgehen. Wir können lokal nur auf eine Klimaevolution setzen. Ein Teil dieser Evolution ist die Entschärfung und die zukünftige Vermeidung von Hitzeinseln. In dicht verbautem Gebiet ist auch baulich einiges möglich. Architektur und Stadtplanung werden kurzfristig und lokal entscheidende Faktoren im Kampf um jeden Grad sein.

Und genau hier setzen wir – die Grünen Brigittenau – einmal an. Wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten den Bezirk zu verbessern. Ziel ist es, dass auch in der Brigittenau Präventionsmaßnahmen zum Thema Klimawandel umgesetzt werden. Es ist an der Zeit, dass die Wallensteinstraße oder der Maria Restituta Platz eine dem veränderten Klima angepasste zeitgemäße Gestaltung bekommen.

Wenn Sie Hitzeinseln im Bezirk kennen oder ertragen müssen, dann schreiben Sie uns doch bitte an brgittenau@gruene.at