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am 3. März

Über Jahreszeiten diskutieren

- Hannes Horn und Petra Saßmann warten auf den Frühling und reden übers Wetter.

Wie jetzt? Das war’s schon?

Das soll es wirklich gewesen sein? Jetzt schon? Es ist doch erst März! Der Winter verabschiedet sich wieder. Wie jedes Jahr viel zu früh für mich. Gut! Es gibt angenehmeres als den Wiener Winter. Vielleicht ist es auch eine gewisse ländliche Nostalgie die mich da ergreift wenn ich laut und mit erhobenem Haupt sage „JA! Ich mag den Winter“! Auch wenn das Öffi-Netz quasi zusammenbricht, der Weg in die Arbeit vier Mal so lange dauert, der grau-braune Matsch mir in die knöchelhohen Schuhe rinnt, von Hunden verlegte Minen verdeckt sind, das Salz seine Spuren auf den Schuhen hinterlässt und ich im Supermarkt anfange zu schwitzen weil ich meine 28 Schichten zu langsam ausgezogen habe. Mag ich das! Aber wieso mögen Sie sich fragen.

Tja… sehen wir den Tatsachen ins Auge… der vom Menschen verursachte Klimawandel wird über kurz oder lang dafür sorgen, dass wir in Wien keinen Winter mehr haben werden. Und dann… ja dann komm ich mit meinen Geschichten zu meinen Enkeln! „Früher! Ja früher hatten wir noch Winter! Das heutzutage haben wir damals „Sommer“ genannt!“ und kann dann ähnlich auftrumpfen wie es meine Großeltern taten als sie mir von ihren Wintererlebnissen mit meterhohem Schnee und sibirischer Kälte erzählten. Sehen Sie? Das kann doch was?! (Hannes Horn)

Winter in der Stadt macht keinen großen Spaß.

Es ist kalt, nass und selbst Schnee bleibt maximal ein paar Stunden ein schöner Anblick. Der Vitamin D Spiegel sinkt gemeinsam mit der Lebensfreude, die pulsierende Metropole erstirbt zum matschgrauen Depressionsloch. Bezirke wie die Brigittenau eignen sich aber ganz besonders nicht für die kalte Jahreszeit. Zu den niederen Temperaturen gesellt sich Nebel, denn der meiste Nebel entsteht im Winterhalbjahr in der Nähe von Gewässern. Also Nebel, Feuchtigkeit, Kälte: keine gute Kombination. Es wird Salz und Streusplitt verteilt was das Zeug hält. Schlecht für den Boden, schlecht für die Luft. Denn die Feinstaubwerte sind dann am höchsten wenn es am kältesten ist. Die Gesamtbelastung in städtischen Gebieten wird außerdem stark vom Feinstaub aus Heizungsanlagen für private, öffentliche und gewerbliche Zwecke dominiert. Die Räder werden kaum benutzt, die Öffis sind voll von Virenschleudern und draußen spazieren gehen ist allenfalls ein Härtetest. Der einzige Trost war heuer die zugefrorene Donau. Lebensgefährlich zwar, aber immerhin. (Petra Saßmann)