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am 15. Februar

Feinstaub: Alle Jahre wieder.

Hannes Horn - So wie jedes Jahr überschreiten auch im Januar 2017 die Feinstaubwerte (PM10) die Grenze von 50 Mikrogramm/m³ gleich an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen.

Diese 50 Mikrogramm/m³ wurden von der WHO als maximaler Tagesmittelwert festgelegt. Alles darüber liegende stellt ein gesundheitliches Risiko dar. Laut der EU Richtlinie 2008/50/EG darf dieser Grenzwert nicht öfter als 35-mal im Jahr überschritten werden. Aber wie entsteht dieser so schädliche Feinstaub und wo kommt er her? Ein Viertel des Wiener Feinstaubes ist „hausgemacht“. Das heißt wir produzieren ihn selbst. Hierbei entfallen – laut 3. Wiener Maßnahmenpaket zu Feinstaub – 58% auf den motorisierten Verkehr.

Der Verkehr ist Hauptverantwortlich, nicht das Heizen
Um hier zu verdeutlichen wie hoch diese Zahl ist, ein Vergleich: Laut dem Wiener Bevölkerungsregister zum 1.1.2015 gab es in Wien 888.462 bewohnte Wohnungen. Diese müssen im Winter natürlich beheizt werden. Lediglich 8% des produzierten Feinstaubs entfallen laut oben genanntem Bericht auf das Heizen. Nur um sich das vor Augen zu führen: Heizen als Grundbedürfnis nimmt 8% ein,motorisierter Verkehr kommt hingegen auf 58%. 
Fortschritte bei den Streumitteln
Was kann man also tun um Feinstaub zu reduzieren? Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten und teilweise werden sie auch schon von der Stadt Wien umgesetzt. So wurden die Streumittel bspw. verändert. Statt Trockensalz wird nun Salzsole im Winter ausgestreut (hilft nur wenig den Haustierpfoten und Stadtbäumen, denn Salzsole ist gleich schlecht). Auch wird Rollsplitt der weniger Abrieb verursacht verwendet.
Langsamer fahren hilft
Alles schön und gut. Hilft alles. Aber was wenn man all diese Maßnahmen ausgereizt hat und der Wert immer noch über dem WHO-Wert liegt? Ja dann muss man auch über andere Maßnahmen nachdenken. Bspw. kennt man von der Autobahn den umgangssprachlichen Luftschutzhunderter. Warum geht in der Stadt nicht der Luftschutzdreißiger? Warum beginnen wir nicht endlich die Gefahr des Feinstaubs ernst zu nehmen und tun was? Es gibt eine Vielzahl von Ideen um eine Reduktion zu bewerkstelligen. Es sind teils wunderschöne und kreative Ideen die auch das Stadtbild positiv verändern können. 

Schlussendlich wird man nicht drum rum kommen dieses Problem endlich wirklich in Angriff zu nehmen. Und Wien könnte hier eine Voreiterrolle in der europäischen Union und somit international einnehmen. Also legen wir endlich los!