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am 17. September

Ausbildung statt Abschiebung

Andreas Gruber - AsylwerberInnen unterstützen Betriebe bei Mitarbeitermangel


Wir wissen es seit langem: Der FPÖ ist keine Lüge zu dreist, um gegen MitbürgerInnen zu hetzen, wenn sie sich davon politischen Erfolg verspricht.

Dass sie allerdings nicht davor zurückschreckt, einen jungen völlig unschuldigen oberösterreichischen Lehrling des Terrorismus zu beschuldigen, um Stimmung gegen MigrantInnen und moderne Betriebe zu machen, schlägt dann doch dem Fass den Boden aus. Nachdem sich sogar die Kronenzeitung von dieser widerwärtigen Aktion schockiert zeigte, konnte sich der dafür verantwortliche Klubobmann der Freiheitlichen immerhin zerknirscht zu einer halbherzigen Entschuldigung durchringen.

Worum geht’s:

In zahlreichen österreichischen Betrieben und zahlreichen österreichischen Regionen herrscht akuter Fachkräftemangel: Das bedeutet, das Arbeitskräftepotential in manchen Berufen reicht nicht aus, um gemeldete offene Stellen besetzen zu können.

Vernünftigerweise wurde jungen AsylwerberInnen bereits seit 2012 noch während eines laufenden Asylverfahren ermöglicht, eine Lehre in einem festgestellten Mangelberuf zu beginnen.

Eigentlich hat dies nur Vorteile:

Betriebe besetzen ihre offenen Stellen, AsylwerberInnen nutzen ihre Chance auf Fortbildung, verdienen ihr eigenes Geld und integrieren sich wesentlich leichter in die Gesellschaft.

Integration ungewünscht

Die Bundesregierung will diese Arbeitsmöglichkeit für Asylwerbende nun abschaffen und die wirtschaftliche Entwicklung vieler Betriebe und Regionen beschränken.

Ganz offensichtlich ist es erwünscht, junge ausländische Menschen lieber in Abhängigkeitsverhältnis zum Staat zu sehen, Frust zu erzeugen und damit Spannungen innerhalb der Gesellschaft zu schüren.

Österreich darf, geht es nach der Bundesregierung, kein angenehmer Ort zum Leben bleiben, sonst könnte es ja jemand Fremder wagen, sich hierher - Gott behüte – vor Krieg flüchten zu wollen.

Resolutionsantrag 

In der letzten Bezirksvertretungssitzung vor dem Sommer stellten wir Grüne den Resolutionsantrag zum Erhalt des Zugangs Asylwerbender zu Lehrstellen in Mangelberufen, der von allen außer der FPÖ und den selbsternannten LeistungsträgerInnen der angeblichen Wirtschaftspartei ÖVP angenommen wurde.

Bezeichnend die Frage einer FPÖ Mandatarin: „Was machen wir aber dann mit jemanden, dessen Verfahren negativ ausgeht, er aber gut integriert ist, die Lehre abgeschlossen hat und beim Betrieb arbeitet?“

Unsere Antwort: Wir freuen uns, dass er da ist. Und nein, der soll dann nicht mehr abgeschoben werden können.