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am 9. Jänner

Kunst und Kultur ums Eck

Andreas Gruber - Ein Plädoyer für Großzügigkeit.

Kunst- und Kulturförderung wird jedes Jahr ​pünktlich zur Budgeterstellung aufs Neue in Frage gestellt: 

Neoliberale fordern, Kunst und Kultur sollten sich am liebsten selbst finanzieren, sich „rechnen“, „outputorientiert“ oder wie es im neuen Regierungsprogramm heißt „klar ergebnisorientiert“ sein.

Die Rechtsextremen wollen sich die Definitionshoheit über den Kunstbegriff selbst aneignen: „Schund bleibt Schund“ ist ihr ebenso beliebter wie einfältiger Kommentar zu zeitgenössischen, abstrakten oder feministischen künstlerischen Ausdrucksformen. Das von ihnen gerne zitierte Sprichwort „Die Hand, die einen füttert, beißt man nicht“ beschreibt deren Missgunst gegen kritische und provokative Initiativen, die um Förderungen ansuchen, wohl am besten.

Die vielen Aspekte von Kunst und Kultur und deren positiven Auswirkungen das Gedeihen der Gesellschaft weigern sich die Kulturlosen anzuerkennen.

Was ist also Kunst?

Kunst ist erst mal sie selbst oder ganz einfach formuliert:

Kunst ist Freiheit.

Freiheit braucht Kunst und Kunst braucht Freiheit.


Kunst- und Kulturförderung in der Brigittenau

Kunst – und Kulturförderung hat im Wesentlichen drei Aufgaben:

  • ​​Kulturschaffenden soll ein Umfeld geboten werden, das es ermöglicht, kreativ tätig zu werden. Dazu zählen neben finanzieller Unterstützung auch das Bereitstellen von Räumlichkeiten, von Infrastruktur etc. Wesentlich ist aber auch ein Entgegenkommen bei bürokratischen Notwendigkeiten.
  • Den KonsumentInnen soll Kunst und Kultur leistbar, regelmäßig, ortsnah und qualitativ ansprechend dargeboten werden können.
  • Kunst und Kultur machen unseren Bezirk bunter, lebenswerter, interessanter. Kunst und Kultur zeugen von offener und toleranter Geisteshaltung, sie sorgen für eine lebensfreundliche Umgebung und die Farbtupfer im oft grauen Alltagstrott. 

Die Bezirksvertretung Brigittenau stellte im Jahr 2017 120.000 Euro an Kulturfördermitteln zur Verfügung.

Unterstützt werden damit Künstlerinnen und Künstler, die im Bezirk ausstellen, lesen, singen, malen, schreiben, tanzen, performen.

Traditionelle Kunst findet im Kulturbudget ebenso Platz wie aktionistische, freche wie angepasste. Großveranstaltungen gibt’s neben kleinen Initiativen.

Im Jahr 2018 wird das Förderbudget nur mehr € 100.000 betragen. Auch wenn nicht die gesamten Fördermittel abgerufen wurden (das ist die Begründung für die Reduktion), hätte der Bezirk großzügiger sein können. 2018 wird schließlich ein Jubiläumsjahr sein.

1918, 1938, 1968 – auch künstlerisch könnte man sich wohl richtig austoben.

Ja, Kultur kostet. Wir Grüne sind überzeugt: Kulturlosigkeit kostet mehr – um ein Vielfaches.