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am 22. Februar

Alternativen zum Elterntaxi

Barbara Pickl - Auch für Wien können die schon weit verbreiteten Elterntaxi-Haltestellen eine Lösung sein.

Links:

Es gibt hier​ eine Online-Petition für temporäre Fahrverbote vor Schulen in Wien.

Schulwege-Pläne​ der Stadt Wien und der AUVA


In der Volksschule ist der Schulweg ein Abenteuer. Nach dem Üben mit den Eltern machen sich die Kleinen auf den Weg, das erste Mal selbstständig, aufmerksam - und vor allem mit Freundinnen und Freunden gemeinsam.

In der Brigittenau können immerhin ungefähr die Hälfte der Kinder zu Fuß in die Schule kommen, ein großer Teil fährt mit den Öffis.

Und trotz naher Wege bringen doch auch noch viele Eltern die Kinder morgens mit dem Auto in die Schule.

Manchmal geht das nicht anders, manchmal passiert das aber auch aus Angst um die Sicherheit. Die Statistik sagt etwas anderes: Mit dem Auto in die Schule gefährdet die Kinder mehr, als es sie schützt.

Einerseits verunfallen mehr Kinder im elterlichen Auto als auf der Straße, andererseits tragen eben diese Eltern erst zu Stau und Verkehrschaos vor der Schule bei.


Vieles spricht für einen Schulweg zu Fuß

Würden alle Kinder zu Fuß kommen, dann wäre der Schulweg für alle sicherer.

Gleichzeitig lernen die Kinder, sich im Straßenverkehr mit den Öffis und zu Fuß selbstständig zu bewegen. Es ist Verkehrserziehung hin zu einer sanften Mobilität.

Nicht zu vergessen, welche Freude es macht, mit den Klassenkolleg_innen unterwegs zu sein, Teil der Gemeinschaft, tratschen am Schulweg.


Die naheliegende Alternative gibt es längst

In vielen Städten und Gemeinden, auch am Land, wo der Autoverkehr oft die einzige Mobilitätsalternative ist, hat man dafür schon eine Lösung gefunden. Und diese ist so naheliegend, dass es wundert, warum sie in Wien nicht schon längst üblich ist:

Man nennt es Elterntaxi-Haltestellen: In der Früh steigen auch Kinder, die mit dem Auto gebracht werden, etwas entfernt von der Schule aus und gehen ein Stück zu Fuß. Kleiner Aufwand - große Wirkung.


Antrag der Grünen einstimmig angenommen

Wir haben in der Bezirksvertretung einen Antrag​gestellt, dieses Modell auch für die Brigittenau zu prüfen. Ohne den zuständigen Stellen vorgreifen zu wollen, sehe ich zum Beispiel in der Dietmayrgasse großes Potenzial für eine Elterntaxi-Haltestelle.

In den Schulweg-Plänen der Stadt Wien werden für diesen Schulweg vier Gefahrenpunkte für die Kinder genannt, von denen zwei sich direkt aus der besonderen Situation in der Dietmayrgasse ergeben, die von einer großen Zahl der Kinder überquert werden muss.

Die Dietmayrgasse ist im Vergleich zu Brigittenauer Lände und Adalbert Stifter Straße klein, doch während der Schul-Beginnzeit überproportional stark befahren, dazu unübersichtlich aufgrund parkender Autos, Anhalten in zweiter Spur, Grünstreifen und Verkehr aus zwei Richtungen.

Situationen wie diese - die durch ein morgendliches temporäres Fahrverbot vor Schulen entschärft werden könnten, gibt es öfters in der Brigittenau. Finden und verändern wir sie.

Aktueller Stand: Der Bezirk wartet die Auswertung des Pilotversuchs in der Leopoldstadt ab, bevor weitere Gespräche geführt werden können.