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am 1. Dezember

2. Dezember: Equal Pay Day in der Brigittenau

Elisabeth Kittl - Dass Frauen - auch in der Brigittenau - weniger verdienen als Männer, ist nichts Ungewöhnliches. Dass der Unterschied hier so gering wie nirgendwo anders in Österreich ist, schon.

Anzahl der Tage, an denen Frauen im Vergleich gratis arbeiten












Anzahl der Tage, an denen Frauen im Vergleich keine Pension bekommen

Equal Pay Day: Um Einkommensunterschiede greifbar zu machen, vergleicht man seit Jahren das Brutto-Jahreseinkommen von Männern und Frauen. 

Frauen verdienen jeden einzelnen Tag des Jahres weniger als Männer.

Würden Frauen pro Tag gleich viel Einkommen haben wie Männer, dann ergäbe sich ein Unterschied an Tagen, wo für die Frauen kein Gehalt mehr übrig bleibt und sie somit gratis arbeiten. Dieses starke Bild vermittelt die Equal Pay Day Kampagne.

Erschreckende Einkommensunterschiede


Österreichweit arbeiten Frauen neunundsiebzig Tage lang gratis, unverändert im Vergleich zu 2016. Rechnen wir das hoch, braucht es noch vierzig Jahre bis gleiche Bezahlung Fakt ist, wenn nichts dazwischen kommt …

In der Hauptstadt geht es den Frauen besser als in den Bundesländern. Gratis arbeiten Frauen in Wien im Vergleich zu Männern ab dem 30. Oktober. Das sind gezählte einundsechzig Tage. Letztes Jahr waren es noch vierundsechzig Tage. Frauen haben also drei Tage an gleicher Bezahlung dazugewonnen. Geht das so weiter dauert es in Wien noch zwanzig Jahre bis Frauen und Männer gleich viel Geld verdienen. Aber nur dann, wenn auch entsprechende Forderungen, wie sie die Grünen formulieren, umgesetzt werden.   

Unterschiede in den Bezirken

Der erste Bezirk rangiert an letzter Stelle im Gender Pay Gap. Dort verdienen Frauen zwar wienweit am meisten, aber der Einkommensunterschied ist der größte. Frauen arbeiten in der Inneren Stadt im Vergleich zu Männern hundertneununddreißig (139!) Tage gratis.

Im zwanzigsten Bezirk gehören die Einkommen von Frauen und Männer wienweit zu den geringsten.  Der Equal Pay Day ist der 2. Dezember, das ist österreichweit ein Unikum. Im Vergleich zur Inneren Stadt sind das hundertzehn Tage weniger an weiblicher Gratisarbeit (im Verhältnis zu Männern).

Die Brigittenau hat zum wiederholten Mal den geringsten Pay Gap österreichweit.

Das liegt aber nicht unbedingt an einer besonders gerechten Verteilung, und auch nicht nur am Zufall. Wahrscheinlich macht es die besondere Mischung der Brigittenauer Bevölkerung aus: 

Ungewöhnlich viele Migrant_innen der ersten Generation leben hier, etwas mehr Menschen mit Pflichtschulabschluss und etwas mehr Arbeitslose als im Durchschnitt ebenso. Deshalb sind die Männer des Bezirks seltener in den für Männer lukrativen Branchen tätig.

Und wir haben deutlich unterdurchschnittlich viele Pensionist_innen, eine Bevölkerungsgruppe, bei der die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen besonders hoch sind.

(Barbara Pickl)


Was die Wiener Grünen fordern

Einkommen zum Auskommen

  • ​gesetzlichen Mindestlohn von brutto 1.750,- Euro pro Monat
  • Aufwertung von Sozial-, Gesundheits- und Pflegeberufen
  • Bessere Kollektivverträge für frauendominierte Berufe
  • Aktionspläne für Unternehmen zur Schließung der Einkommensschere
  • Die Koppelung öffentlicher Auftragsvergabe an Frauenförderung
  • Finanzielle und soziale Sicherheit für atypisch Beschäftigte
  • Gremien in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit derselben Anzahl von Frauen wie von Männern zu besetzen
  • Im Unterricht Mädchen wie Buben gleichmäßig zu fördern
  • Mädchen darin zu unterstützt, sich auch technische und andere gut bezahlte Berufe zuzutrauen
  • Ab dem ersten Geburtstag des Kindes kostenlose Krippenplätze
  • … und um das umzusetzen, braucht es ein eigenes Frauenministerium.

Noch erschreckender ist die Ungleichheit bei den Pensionen

Altersarmut von Frauen ist ein oft vergessenes, aber höchst tragisches Thema. Frauen erhalten dreiundvierzig Prozent weniger Pension als Männer. Der Equal Pension Day ist der Tag ab dem Frauen bei der Annahme von gleicher Pension von Frauen und Männern keine Pension mehr bekommen. Es ist – Frau möge sich hinsetzen - der 27. Juli. Danach bekommen Frauen nichts mehr! Null! Niet! Das sind hundertachtundfünfzig Tage ohne Pension. Fast ein halbes Jahr ohne Einkommen.

Auch hier steht Wien besser da, obwohl von etwas Positivem bei hundertneunundzwanzig Tagen ohne Pension nicht gesprochen werden kann. Es ist in Wien der 25. August ab dem die Wienerinnen keinen Euro an Pension mehr erhalten. Und da hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum etwas getan.


Was daher die Wiener Grünen fordern

Daher fordern wir Grüne eine rasche und menschenwürdige Abhilfe und ein faires Pensionssystem mit einer Grundpension von890 Euro pro Monat.

vgl. https://wien.gruene.at/frauen/equal-pay-day-2017 und https://www.gruene.at/faires-pensionssystem