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am 29. Oktober

Hannovermarkt und Handelskai

Barbara Pickl - Bürgerinitiativen erinnern an lange vernachlässigte Probleme im Bezirk

Kontakt zu den Bürgerinitiativen:

​Hannovermarkt: Die 20erinnen

Handelkai: Forum20

Samstag morgens am Hannovermarkt. Eine Frau stürmt aus dem angrenzenden Gemeindebau auf die kleine Gruppe zu, die Tische und Bänke aufstellt und in der abgesperrten Othmargasse ein Protestfest vorbereitet, das die Vorzüge einer Verkehrsberuhigung zeigen soll.

So könnte es immer sein

„Wo,“ ruft die Frau schon von weitem, „kann ich unterschreiben?“ Sie ist zum ersten Mal am Samstag nicht vom Krachen der Getriebe, vom Heulen der Motoren und vom Hupen aufgewacht. So könnte es immer sein. 

Dass am Fest Musik gemacht wird, dass die StandlerInnen mit ihren Waren rumoren und dass geschrien wird, das stört hier kaum jemanden, das macht den Charme eines Marktes aus.

Bestehende Tiefgaragen nützen

Doch niemand kann verstehen, warum die Bezirksvorstehung seit vielen Jahren das Problem einfach ignoriert, dass die engen Gassen um den Markt einfach nicht für so viel Verkehr geschaffen sind. Dabei gäbe es eine Tiefgarage und die Möglichkeit, als Marktkunde gratis dort zu Parken.

Es fehlte bislang am Engagement von Marktbeirat, Wirtschaftskammer und Bezirksvorstehung. Trotz regelmäßiger Hinweise und Anträge, auch von den Grünen.

Die erste Reaktion der SPÖ gegenüber der Bürgerinitiative war sehr rüde: Martialisch rückte man zur „Rettung“ des Status quo aus und stellte klar: mit uns nicht. Mittlerweile hat die Bezirksvorstehung und mit ihr die SPÖ aber etwas eingelenkt und ist bereit, das Thema anzugehen. Wenn es nach den Grünen geht, werden da auch die AnrainerInnen eine Stimme bekommen und ihre Vorschläge diskutiert werden.

Handelskai: nicht nur Verkehrsader, sondern auch Wohnviertel

Auch am Handelskai weisen AnrainerInnen schon seit vielen Jahren, auf ihre schwierige Situation hin. Sie fordern eine Tempobeschränkung auf 30km/h und Lärmschutz sowie Verkehrsberuhigung.

Zu Recht, wie jeder erkennt, der dort schon einmal unterwegs war. Das ehemalige Gewerbegebiet Handelskai ist schon längst eine aufstrebende Wohngegend geworden. Ein Genossenschaftsbau nach dem anderen entsteht, denn wo Boden knapp ist, müssen alle Ressourcen genutzt werden.
Leider hinkt der Anrainerschutz dieser Entwicklung weit hinterher.

ÖBB und Stadt Wien müssen handeln

Schon längst hätten parallel zu den Wohnbauten auch neue Verkehrskonzepte überlegt werden müssen. Die Bürgerinitiative hat in ihrer Petition gute und umsetzbare Vorschläge gemacht. Jetzt ist der Bezirk gefragt, zu reagieren und etwas zu unternehmen.

Auch die ÖBB muss sich bewegen: Der Aktionsplan gegen Umgebungslärm vom Verkehrsministerium und der ÖBB ausgearbeitet, sieht sehr wohl Lärmschutzmaßnahmen im Bereich Handelskai vor. Dort stört vor allem der Güterverkehr nachts die Ruhe, was durch Lärmschutzwände geändert werden soll. Die Frage ist: wann? Damit es rasch passiert, muss von AnrainerInnen Parteien und Bezirksvorstehung die Dringlichkeit betont werden.