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am 22. Dezember 2020

Der AUVA Hauptsitz – Grund zur Sorge?

Barbara Pickl - Der Bezirk spricht sich dafür aus, dass das Grundstück, der AUVA, ausschließlich für geförderten Wohnbau umgewidmet wird und dass die derzeitige Bauhöhe drastisch reduziert wird.

Ein ziemlich deutliches Zeichen angesichts der neuesten Infos über den bevorstehenden Verkauf und Verwertung des ehemaligen AUVA Hauptgebäudes.

Es heißt übersetzt: Der Bezirk unterstützt es nicht, dass bei einem Besitzerwechsel und einer eventuellen Neubebauung das Gewinninteresse im Vordergrund steht. Dieses Zeichen haben wir mitgetragen.

Aber noch ist der Kuchen lange nicht aufzuteilen, noch steht in der Brigittenau das einzigartige Büro- und Forschungsgebäude der AUVA, ein wirkliches Juwel der 70er Jahre Architektur, das über die Jahre weder sein imposantes Erscheinungsbild noch Aufenthaltsqualität in den Büros eingebüßt hat. Die große Höhe ermöglichte auf dem Grundstück beachtliche Grünflächen.

https://oe1.orf.at/artikel/644841/Allgemeine-Unfallversicherungsanstalt-Wien​

Als erstes gilt es, dieses bemerkenswerte Gebäude zu würdigen und zu bewahren.

Sollte es tatsächlich Bedarf an einer neuen Widmung geben, so darf man den Beschluss des Bezirkes zwar als deutliches Zeichen für leistbaren Wohnbau, nicht jedoch als 1:1 umsetzbares Ziel sehen. Denn Stadtplanung und Flächenwidmung dürfen nicht dem Verhindern dienen, sondern sollen in die Zukunft weisen.

Durch seine Lage gibt das Grundstück einiges mehr her, als die Errichtung eines Wohnbaus. Müsste man es tatsächlich neu bebauen, so entstünde zusammen mit den Bauvorhaben am ehemaligen Bretteldorf ein riesiges Neubaugebiet, hier wären soziale Einrichtungen, Freiflächen, Nahversorgung gefragt. 

Die Chance, endlich eine tragfähige Lösung für die Kreuzung Adalbert Stifter Straße / Dresdnerstraße zu finden, sollte nicht aus den Augen gelassen werden. Diese ist im Moment ein mehr als mühsames Hindernis für FußgängerInnen und RadfahrerInnen. Die Anbindung an das Nordwestbahnviertel durch den Rad-Highway eröffnet Möglichkeiten. Es würde also – sollte es je soweit kommen - weit mehr Hirnschmalz notwendig sein, um dieser Baufläche gerecht zu werden und es würden im Rahmen städtebaulicher Verträge Lösungen mit den InvestorInnen – im Zeichen leistbaren Wohnens, aber offen für eine Nutzung, die das gesamte Gebiet aufwertet - gesucht werden müssen.