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am 19. Mai

BürgerInnen­beteiligung I: Kapaunplatz

Catherina Purrucker - Der Kapaunplatz wird 2017 neu gestaltet: mit ein bisschen BürgerInnenbeteiligung

Der Kapaunplatz fristet schon länger ein mehr oder minder tristes Dasein. Viel Beton, unpraktische Sportmöglichkeiten und nur wenige Sitzgelegenheiten laden nicht unbedingt dazu ein, den Platz zu nutzen. Das soll sich jetzt erfreulicherweise ändern! Als eines der großen Bezirksprojekte für 2017 wurde die Umgestaltung des Kapaunplatzes beschlossen, um die Lebensqualität der AnrainerInnen in ihrer unmittelbaren Umgebung zu erhöhen.

Für die Umgestaltung in einen generationenübergreifenden Spielplatz wurde ein Konzept erarbeitet, das AnrainerInnen am 17. Februar vor Ort vorgestellt wurde. Interessierte konnten Fragen stellen und Ideen oder Anregungen einbringen und in eine Ideenbox werfen. Umgestaltung mit BürgerInnenbeteiligung also. Vertreten waren bei der offenen Veranstaltung u.a. politische VertreterInnen der Brigittenau, MitarbeiterInnen von „wohnpartner“, der mobilen Jugendarbeit Back Bone sowie der MA42.


Die Zeit ist knapp

​​Der Vorschlag der MA42 für den neuen Kapaunplatz ist bereits sehr ausgereift. Mit der Umgestaltung soll nach dem Sommer begonnen werden, sodass der Platz noch 2017 in neuem Glanz erstrahlen kann.

Ganz konkret beinhaltet der Vorschlag folgende Neuerungen: Der derzeitige Sportbereich wird durch ein verschließbares Gitter umzäunt, sodass Basketball und Fußball gespielt werden kann, ohne die anderen NutzerInnen des Platzes zu stören. Die Türen des Sportkäfigs können (beispielsweise nachts) versperrt werden, was aber derzeit nicht vorgesehen ist. Durch die Schalldämpfung der Umzäunung des Ballspielplatzes wird auch der Lärmpegel für die AnrainerInnen gering gehalten. Zwischen Fußball- und Basketballbereich ist eine Holzabtrennung vorgesehen, die gleichzeitig auch als großzügige Sitzfläche dienen soll. Ein Teil der derzeitigen Betonfläche wird in einen begrünten Bereich mit Boccia-Platz und Sitzgelegenheiten umgewandelt. Auch ein großes Bodenschachspiel und ein Trinkbrunnen sind vorgesehen. Der Kinderspielplatz soll vorerst nicht verändert werden, da davon ausgegangen wird, dass der Spielplatz am umgestalteten Kapaunplatz mehr genutzt werden wird. Während jüngere Kinder am Kinderspielplatz herumtollen, können Jugendliche Fußball oder Basketball spielen, andere wiederum Boccia oder Schach oder einfach auf den neuen Bänken die frische Luft genießen.

Wünsche und Vorschriften - das passt nicht immer zusammen

Ein der Jugendlichen, der den Projektentwurf begutachtet, wünscht sich Basketballkörbe, wie sie in Hallen verwendet werden. Das ist in Außenspielplätzen leider nicht möglich, da die Körbe im Freien Wind und Wetter standhalten müssen und daher aus Metall sind. Auf Rückfrage eines anderen Anrainers wird erklärt, dass eine WC-Anlage derzeit nicht geplant sei, allerdings könne bei Bedarf relativ kurzfristig eine mobile Anlage aufgestellt werden.

Insgesamt ist der Andrang an dem endwinterlichen, grauen Freitagnachmittag überschaubar. Liegt es an der Uhrzeit? Der Termin wurde von 14:00-16:00 Uhr angesetzt, ein Zeitpunkt, an dem viele Menschen noch in der Arbeit sind. Wurde der Termin (zu) kurzfristig kommuniziert? Oder hätten die BürgerInnen bereits zu einem früheren Zeitpunkt eingebunden werden sollen und nicht ein (fast) fertiges Projekt präsentiert bekommen? Ideen vom Jugendparlament für die Gestaltung des Platzes sind jedenfalls eingeflossen. Wenn der Kapaunplatz aber ein attraktiver Aufenthaltsort für mehrere Generationen sein soll, sollten die Bedürfnisse aller ParkbenutzerInnen mit einbezogen werden. Vielleicht sind aber auch noch spannende Vorschläge in der Ideenbox eingegangen, die in der Endplanung berücksichtig werden können.


​SCHÖN WIRD ER, DER KAPAUNPLATZ
​​Der derzeitige Vorschlag für den neuen Kapaunplatz ist vielversprechend und wir freuen uns über Massnahmen, die zu einer verbesserten Lebensqualität im Bezirk beitragen. Vielleicht können aber bei zukünftigen Projekten mehr Menschen dazu bewegt werden, ihre Mitsprachemöglichkeit bei der Gestaltung ihres direkten Lebensumfelds in Anspruch zu nehmen.