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am 31. Jänner

Anwohner*innenparken und Wohnstraße

Thomas Pöchtrager - Von vielen Bürger*innen wird mit Nachdruck gefordert, dass Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und zur Erhöhung der Lebens- und Aufenthaltsqualität rund um den Hannovermarkt getroffen werden.

Von allen angesprochenen „Baustellen“ rund um den Markt wird der Bezirksvorsteher erst einmal nur eine anpacken: Die Parkplatzsituation soll mit Hilfe von AnwohnerInnenparken verbessert werden.

ANWOHNER*INNENPARKEN

Beim Anwohner*innenparken soll bis zu einem Drittel der Parkplätze rund um den Hannovermarkt für Menschen mit einem Brigittenauer Parkpickerl reserviert werden. Wir von den Grünen sehen diese Maßnahme kritisch. Zum einen handelt es sich um eine Maßnahme die ausschließlich den Autofahrer*innen im Grätzel dient. Und zum anderen gehen wir nicht davon aus, dass sich dadurch das Verkehrsaufkommen reduzieren wird. Es könnte sich, ganz im Gegenteil,  durch mehr parkplatzsuchende Autofahrer*innen noch erhöhen.

Was es neben dem Anwohner*innenparken unbedingt braucht ist eine Attraktivierung der Parkgarage vor Ort. Menschen die von außerhalb des Bezirks mit dem Auto zum Markt zufahren sollen vornehmlich dort parken. In dieser Garage sind nach Auskunft der Betreiber*innen an allen Wochentagen Plätze frei. UND, das Grätzel muss unbedingt auch für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen interessanter gestaltet werden. Dazu gehört die Anschließung des Grätzels an das Wiener Hauptradverkehrsnetz und es braucht ausreichend Radabstellanlagen für Räder und Lastenräder. Und für Fußgänger*innen wünschen wir uns Fußgänger*innenzonen unmittelbar beim Markt. Besucher*innen sollen sich rund um den Markt sicher und wohl fühlen.

WOHNSTRASSE

Eine weitere vom Bezirk vorangetriebene Maßnahme könnte – richtig gemacht – auch den starken Wochenendverkehr wirklich beruhigen.

Geplant ist eine Wohnstraße in der Othmargasse zwischen Jägerstraße und Hannovergasse. Wenn die Wohnstraße dort jedoch nicht von ausreichend baulichen Maßnahmen begleitet wird, die den Autoverkehr bremsen und reduzieren und die Straße für FußgängerInnen aufwertet, dann wird es dort trotz Wohnstraße weiterhin parkplatzsuchenden Durchzugsverkehr geben. Dies sehen wir seit Jahren am Brigittaplatz.

Deutliche bauliche Veränderungen sind unserer Meinung nach für einen Erfolg erforderlich. Werden nur, wie derzeit geplant, Schwellen und Tafeln errichtet, dann besteht die Gefahr, dass die Einhaltung der Wohnstraße auf ständige Polizeikontrollen angewiesen ist.

Ganz offen bleibt hier die Frage, wie sich die Veränderungen auf die weitere Umgebung des Grätzels auswirken werden.

Ohne die ehrliche Diskussion rund um eine Neuverteilung des öffentlichen Raums wird es zu keiner wirklichen Verkehrsberuhigung und zu keiner Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Grätzel kommen. Dazu braucht es keine Konzepte von gestern, sondern Mut und Weitsicht.


Anwohner*innenparken - was ist das?

AnwohnerInnenparken bedeutet, dass die ganze Woche rund um die Uhr nur Fahrzeuge mit Parkpickerl aus der Brigittenau abgestellt werden dürfen (zusätzlich Fahrzeuge mit Behinderten-Parkausweis)

Wochentags können auch Gewerbebetriebe und Transportfahrzeuge aus anderen Bezirken (mit einer Berechtigung) die Parkplätze benutzen.​

Wohnstraße - was ist das?

Eine Wohnstraße darf von PKW nur im Schritttempo und nur zum Zu- und Abfahren befahren werden, man darf also nicht durchfahren.

Fahrräder können in einer Wohnstraße auch gegen die Einbahn fahren.

AnwohnerInnen können die Wohnstraße auch zum Spielen und Aufenthalt nutzen, solange ermöglicht bleibt, dass Fahrzeuge wegfahren und zufahren können, man also zur Seite gehen kann, wenn ein PKW kommt.